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PLANET
Heiß geliebt

DIE GEBÄUDE DER E.G.O.-GRUPPE AM STANDORT OBERDERDINGEN NUTZEN DIE ABWÄRME DES BENACHBARTEN BIOMASSEKRAFTWERKS DES LANDWIRTSCHAFTLICHEN BETRIEBES MEERWARTH GBR ZUR KLIMANEUTRALEN BEHEIZUNG. DIE KOOPERATION BRINGT VIELE VORTEILE. NICHT NUR DEN BETEILIGTEN UNTERNEHMEN, SONDERN AUCH DER REGION UND DER UMWELT.

Alleskönner Biogas

Dem deutschen Fachverband Biogas zufolge wurden 31,9 Milliarden Kilowattstunden Strom im Jahr 2019 in Deutschland aus Biogas gewonnen. Klingt erstmal viel, entspricht aber laut der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) weniger als 5 % des deutschen Gesamtenergiebedarfs. Dabei ist Biogas ein wahrer Alleskönner. Es entsteht bei der Vergärung organischen Materials, wie Pflanzenteilen und Stallmist, und zählt damit zu den regenerativen Energien. Denn die Rohstoffe, die zu seiner Herstellung benötigt werden, wachsen nach. Hauptbestandteil des farb- und geruchlosen Gasgemisches ist, wie beim Erdgas auch, Methan. Anders als sein fossiler Doppelgänger ist Biogas jedoch zu 100 % klimaneutral. Unabhängig davon, ob die Pflanzen auf direktem Weg im Gärbehälter landen oder zunächst durch den Verdauungstrakt von Rindern und Schweinen wandern, wenn Biogas verbrennt, wird dabei lediglich die Menge an Kohlenstoffdioxid freigesetzt, die zuvor in der eingesetzten Biomasse gebunden war. 

Erzeugt wird es in großen Anlagen, die oft direkt von den Landwirten selbst betrieben werden. Für die Bauern bringt die Erzeugung einige Vorteile: Pflanzenreste, Mist und Gülle können sehr effizient weiterverarbeitet werden. Was davon übrig bleibt, ist hochwertiger Dünger, der auf die Felder ausgebracht wird. Orientiert man sich an den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft, bilden Biogasanlagen also eine nahezu unverzichtbare Station im landwirtschaftlichen Produktionskreislauf.

Kühe auf der Wiese

Biogasanlagen und die daraus entstehenden Kooperationen bringen Vorteile für landwirtschaftliche Betriebe, Unternehmen und Umwelt

Regionale Zusammenarbeit, Globale Wirkung

Mit dem Betrieb ihrer Biogasanlage in Oberderdingen konnte sich die Familie Meerwarth ein zweites Standbein aufbauen. Die Idee: den in einem landwirtschaftlichen Betrieb ohnehin entstehenden biologischen Abfall nutzen, um daraus Energie zu gewinnen. Die Zusammenarbeit mit E.G.O. am Standort Oberderdingen begann im Jahr 2010. Das Unternehmen nutzte die Nahwärme des benachbarten Biomassekraftwerks zunächst zur Beheizung ihres Entwicklungs- und Technologiezentrums, das heute Vertex heißt. Die bereits vorhandene Biogasanlage der Meerwarth GbR wurde 2019/2020 erweitert, so dass im Werk II am Standort Oberderdingen nun alle Gebäude der E.G.O. die Abwärme nutzen.

Die Kooperation nutzt allen

Die Wärme entsteht so oder so, wird auf diese Art jedoch nutzbar gemacht. Gleichzeitig wird sie von einem Betrieb aus der Region bezogen. Es gibt keine langen Transportwege. Die Brennstoffe werden regional produziert. Dadurch konnten die E.G.O. Unternehmen am Standort Oberderdingen den CO2-Ausstoß um insgesamt 776 Tonnen reduzieren. In den Fermentern der Anlage gären etwa 30 % Mais, 30 % Grünschnitt und 40 % Mist und Gülle, die von den Milchkühen des Hofs stammen. Zu einem Großteil handelt es sich also um landwirtschaftliche Nebenprodukte, die auf jeden Fall anfallen würden. Statt offen entsorgt werden zu müssen, nutzt man diese zur Energiegewinnung. Das schont die Umwelt und spart fossile Energieträger. Durch den Betrieb der Anlage wird ein Beitrag zum Ausbau der erneuerbaren Energien geleistet. Dies ist auch mit Blick auf die Energieunabhängigkeit Deutschlands ein wichtiger Punkt. Trotz aller Vorteile spielt Biogas hier als Energieträger aktuell noch eine untergeordnete Rolle. Die Kooperation zwischen E.G.O. und Meerwarth zeigt, wie mit ganzheitlichen Konzepten wirtschaftlich sinnvoll und ökologisch vorbildlich agiert werden kann.
Grafik Biogasanlage

Die Funktionsweise einer Biogasanlage

Auf dem Weg zur klimaneutralen Unternehmensgruppe

Für die Erreichung der weltweiten Klimaziele ist ein schonender Umgang mit Ressourcen und Energie nach wie vor der Schlüsselfaktor. Die Zusammenarbeit mit der Meerwarth GbR ist ein Beispiel dafür, wie gelebt und vorangetrieben wird: Mit ganzheitlichen Maßnahmen und Projekten, die allen Beteiligten einen Nutzen bringen, im Kleinen wie im Großen.

„Der Klimawandel betrifft wirklich jeden. Er verändert die Wirtschaft der einzelnen Länder grundlegend, beeinflusst unser Leben und kann Menschen, die Gesellschaft und Länder heute und in Zukunft teuer zu stehen kommen. Dieser globalen Problematik entgegenzuwirken, ist für Unternehmen gleichermaßen Verpflichtung und Chance“, beschreibt Dr. Johannes Haupt, Vorsitzender der Geschäftsführung der BLANC & FISCHER Familienholding, die Herausforderungen des Klimawandels. Alle Unternehmen der Firmengruppe arbeiten mit eigenen Projekten daran, die ehrgeizigen Nachhaltigkeitsziele umzusetzen.

Eines dieser Ziele ist Klimaneutralität. Das bedeutet CO2-Emissionen erfassen, reduzieren und vermeiden. Für das Energiemanagement der Familienholding gibt es einen zentralen Bereich, der sich um Energiethemen kümmert: Energy and Environment bei Corporate Global Processes auf BLANC & FISCHER Ebene. Unternehmens- und standortübergreifend werden gemeinsam Möglichkeiten gefunden, um Energie noch effizienter zu nutzen. Im gesamten Firmenverbund stellte man beispielsweise auf die energiesparende LED-Technik zur Beleuchtung um.

Pflanzen auf einem Feld

Auch Mais kann als Substrat für die Biogaserzeugung eingesetzt werden

Klimaneutral Wirtschaften

Ganz vermeiden kann man Emissionen jedoch nicht. Klimaneutral zu wirtschaften bedeutet daher konsequenterweise auch, unvermeidbaren CO2-Ausstoß durch Klimaschutzprojekte auszugleichen. Die weltweite Baumpflanzaktion der E.G.O. ist ein Beispiel für ein solches Projekt. 5.600 Bäume – für jeden Mitarbeiter einen – werden gesetzt. 1.600 stehen bereits im Oberderdinger Wald, 730 am E.G.O. Standort in der Türkei. 2021 folgen weitere.

Zwei der wichtigsten Faktoren, wenn es um die CO2-Bilanz geht, sind jedoch die Nutzung von Heizung und Strom. Gerade deswegen hat das Biogasprojekt in Zusammenarbeit mit der Meerwarth GbR einen besonderen Stellenwert. Denn es zeigt, dass jedes regionale Handeln einen wichtigen Beitrag leistet. Seit Inbetriebnahme der Anlage konnten am Standort Oberderdingen bereits über zwei Millionen Liter Heizöl eingespart werden. Ein modernes Kreuzfahrtschiff könnte damit knapp viermal den Atlantik überqueren.

SEIT ZEHN JAHREN HEIZT SIE EIN – DIE BIOGASANLAGE DER MEERWARTH GBR

BEREITS IM MÄRZ 2011 KONNTE DAS ERSTE GEBÄUDE DER E.G.O. MIT DER ABWÄRME DES BENACHBARTEN BIOMASSEKRAFTWERKS DES LANDWIRTSCHAFTLICHEN BETRIEBS DER DIETER UND KURT MEERWARTH GBR BEHEIZT WERDEN. ZUNÄCHST WAR NUR VERTEX, DAS ENTWICKLUNGS- UND TECHNOLOGIEZENTRUM IN OBERDERDINGEN ANGESCHLOSSEN, DOCH DER NUTZKREIS WUCHS IMMER WEITER. MIT DER ZWEITEN ANLAGE, DIE IM OKTOBER 2020 ERÖFFNET WURDE, KANN DER WÄRMEBEDARF DER UNTERNEHMEN AM STANDORT IN NOCH GRÖSSEREM MASSE ABGEDECKT WERDEN. BEIDE ANLAGEN ZUSAMMEN HALFEN DEM UNTERNEHMEN 2020 DABEI, FAST 300.000 LITER HEIZÖL EINZUSPAREN.

ABER NICHT NUR DIE E.G.O. GESELLSCHAFTEN IN OBERDERDINGEN PROFITIEREN. AUCH DER LANDWIRTSCHAFTSBETRIEB MEERWARTH FREUT SICH, EINEN ZUVERLÄSSIGEN ABNEHMER GEFUNDEN ZU HABEN.

DAS PROJEKT IN DER ÜBERSICHT: 

  • BIOGAS IST DIE REGENERATIVE UND KLIMANEUTRALE ALTERNATIVE ZU ERDGAS
  • SEINE ERZEUGUNG IST TEIL EINES LANDWIRTSCHAFTLICHEN KREISLAUFSYSTEMS
  • ES BLEIBT IN DER NACHBARSCHAFT: TRANSPORTWEGE SIND MINIMAL
  • BRENNSTOFF „MADE IN GERMANY“ FÖRDERT DIE ENERGIEUNABHÄNGIGKEIT DEUTSCHLANDS
  • ABWÄRMENUTZUNG SENKT VERBRAUCH VON FOSSILEN ENERGIETRÄGERN UND CO2– EMISSIONEN
  • EIN WICHTIGER SCHRITT FÜR DIE UNTERNEHMEN DER BLANC & FISCHER FAMILIENHOLDING AUF DEM WEG ZUR CO2 NEUTRALITÄT

Nachhaltigkeitsbericht 2021
als interaktives PDF

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